175 Jahre Emil Berliner: Vortrag und Konzertabend begeistern in Wolfenbüttel
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Mit zahlreichen Gesprächen im Anschluss endete im Emil Berliner Saal ein Abend, der Technikgeschichte und Musik auf besondere Weise miteinander verband. Rund 80 Gäste waren in die ehemalige Samsonschule gekommen, um an den 175. Geburtstag des Erfinders und ehemaligen Samsonschülers Emil Berliner zu erinnern.
Zum Auftakt begrüßte Dr. Elke-Vera Kotowski von der Moses Mendelssohn Stiftung die Besucherinnen und Besucher und hob die besondere Bedeutung Emil Berliners für die Geschichte der Samsonschule hervor. Anschließend führte Uwe Helms, unterstützt vom Norddeutschen Museum für HiFi- und Studiotechnik e.V. in Sehnde, durch Leben und Werk des Grammophon-Erfinders. Der Abend, als „zwischen Rille, Kurbel, Schellack und Vinyl“ angekündigt, machte die Geschichte von Grammophon und Schallplatte lebendig.
Der Vortrag von Uwe Helms spannte dabei den Bogen von technischen Innovationen bis hin zu wirtschaftlichen und juristischen Auseinandersetzungen der frühen Tonträgerindustrie. Die Gäste erfuhren unter anderem, weshalb alte Nadeln Schellackplatten beschädigen können, wie kostspielige Patentstreitigkeiten in den USA Emil Berliner unter Druck setzten und warum Hannover schließlich zu einem bedeutenden Standort der Schallplattenproduktion wurde. Auch die bis heute sichtbaren Spuren seines Wirkens – etwa in Namen wie „EMI“ oder „Grammy“ – wurden thematisiert.
Für den musikalischen Teil des Abends sorgte der litauische Pianist Ginteras Janusevicius, der das Publikum mit Werken unter anderem von Korngold, Trenet, Weissenberg, Mendelssohn-Bartholdy, Liszt und Horowitz beeindruckte. Besonders gefeiert wurde der berühmte Hochzeitsmarsch aus dem „Sommernachtstraum“ in der virtuosen Bearbeitung von Mendelssohn-Bartholdy, Liszt und Horowitz.
Der Abend machte deutlich, wie eng Technik-, Kultur- und jüdische Geschichte miteinander verbunden sind. Die Biographie von Emil Berliner ist hierfür nur ein Beispiel.